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Blutungsunregelmäßigkeiten sind typisch für die Perimenopause. Viele Frauen fühlen sich durch die Unberechenbarkeit der Periodenblutung stark irritiert und belastet.
Die Blutungsstörungen in der Perimenopause sind durch die schwankenden Hormonspiegel bedingt. Dadurch wird die Gebärmutterschleimhaut nicht mehr so regelmäßig auf- und abgebaut wie in den Jahren zuvor. Häufig wird der Zyklus kürzer als bisher. Die Blutung kann schwächer oder stärker als früher sein, weniger oder mehr Tage anhalten. Jede Art von Veränderung ist möglich. Allgemein werden die Blutungen aber mit dem Nahen der Menopause schwächer und seltener, bis sie schließlich ganz versiegen.
Es ist wichtig, einen Regelkalender zu führen, in welchem Rhythmus, Stärke und Dauer der Blutungen vermerkt werden. Blutungsstörungen sollten immer Anlass für einen Arztbesuch sein, da sie auch Anzeichen von Erkrankungen sein können. So treten z.B. Myome ab dem 40. Lebensjahr häufiger auf und können Blutungsstörungen verursachen. Auch einem Verdacht auf Gebärmutterkrebs muss unbedingt nachgegangen werden.
Eine medikamentöse Regulierung klimakterisch bedingter Blutungsstörungen ist im Prinzip nicht erforderlich. Unter bestimmten Umständen können die Blutungsstörungen aber medikamentös behandelt werden.
Blutungsregulierung durch Hormonbehandlung
Wenn Sie Wechseljahrsbeschwerden haben (wie z.B. Hitzewallungen) oder bei Ihnen ein erhöhtes Osteoporose-Risiko besteht, wird Ihr Arzt Ihnen gegebenenfalls eine Hormonbehandlung empfehlen. Bei Frauen in der Perimenopause wird zumeist ein sequentielles Hormonpräparat verschrieben. Dabei werden zunächst einige Tage nur Östrogene eingenommen. In der zweiten Phase des Behandlungszyklus kommt das Gestagen hinzu. Nach einer Behandlungsdauer von zumeist 28 Tagen folgt eine Einnahmepause, ähnlich wie bei der Verhütungspille. In diesem einnahmefreien Intervall tritt eine Blutung auf, die der Periode ähnelt. So werden mit sequentiellen Hormonpräparaten unregelmäßige Blutungen wieder regelmäßig.
Hormonpräparate wirken aber nicht empfängnisverhütend. Sie müssen daher zusätzlich nicht-hormonale Methoden der Empfängnisverhütung anwenden (z.B. die Portiokappe in Kombination mit chemischen Schutzmitteln).
Blutungsregulierung durch hormonale Empfängnisverhütung
Bis zum Eintritt der Menopause kann eine Frau schwanger werden. Sichere Empfängnisverhütung ist daher wichtig. Das Intrauterin-System (IUS) eignet sich besonders gut als Methode zur Empfängnisverhütung für Frauen in den Wechseljahren. Bei diesem System handelt es sich um ein T-förmiges Intrauterinpessar, das ein Hormon-Reservoir enthält. Es wird in die Gebärmutterhöhle eingelegt und setzt dort bis zu 5 Jahre lang kontinuierlich geringe Mengen eines Gestagens frei. Das IUS ist sehr gut verträglich.
Ein besonderer Vorteil des IUS ist, daß sich im Laufe der Anwendung die Gebärmutterschleimhaut immer weniger aufbaut. Je länger das Intrauterin-System liegt, desto schwächer, kürzer und weniger schmerzhaft werden die Monatsblutungen. Häufig bleiben die Blutungen auch ganz aus. Das IUS eignet sich daher gut zur Behandlung von Blutungsstörungen, die in der Zeit vor der Menopause gehäuft auftreten. In einigen Ländern wird das IUS auch mit einer Östrogenbehandlung kombiniert. Das Östrogen dient dabei der Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden oder der Osteoporoseprävention.
Eine weitere Möglichkeit der Empfängnisverhütung bietet die Pille (medizinisch "orales Kontrazeptivum"). Moderne Mikropillen enthalten eine besonders niedrige Hormondosis. Sie regulieren den Zyklus, verhindern Blutungsunregelmäßigkeiten und reduzieren gleichzeitigt die Blutungsstärke. Die günstigen Begleiterscheinungen der Pille kommen auch Frauen in den Wechseljahren zugute. Das oft diskutierte Thrombose-Risiko ist bei der Pille wesentlich geringer als während der Schwangerschaft oder bei einem Schwangerschaftsabbruch. Dennoch muss der Arzt bei jeder Frau individuell sicherstellen, daß keine medizinischen Gründe vorliegen, die die Anwendung der Pille ausschließen. Auch sollte eine Frau nicht rauchen, wenn sie hormonell verhüten möchte.
Bei der Anwendung hormonaler Methoden der Empfängnisverhütung ist zu beachten, daß diese den Status der Wechseljahre verschleiern. Man kann somit nicht sicher sagen, ob die Menopause schon eingesetzt hat. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, wann Sie die hormonale Verhütung absetzen können. Einige Wochen nach dem Absetzen kann Ihr Arzt die Messung des Hormonspiegels veranlassen, der Aufschluss über den Status der Wechseljahre gibt. Ihr Arzt wird Sie auch fragen, ob wieder Blutungen einsetzen oder ob Sie Wechseljahrsbeschwerden haben. In Abhängigkeit von den Ergebnissen der Untersuchungen können Sie dann gemeinsam mit Ihrem Arzt überlegen, ob und wie Sie verhüten müssen oder ob eine Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden oder eine Osteoporoseprävention notwendig ist.
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