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Gesund abnehmen

Lexikon der Vollwertkost

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Schutz von Herz und Kreislauf

Gesund abnehmen

Übergewicht ist ein ernst zu nehmendes Gesundheitsrisiko. Es begünstigt die Entstehung von Arteriosklerose (der Hauptursache von Herzinfarkt und Schlaganfall), Bluthochdruck, Diabetes mellitus und Gicht. Die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten bestimmter Krebserkrankungen (z.B. Gebärmutter-und Darmtumoren) ist erhöht.

Übergewicht ist definiert als ein Körpergewicht über dem normalen Körpermasseindex (Body Mass Index). Dabei wird das Verhältnis von Körpergewicht und Körpergröße ermittelt.

Was, wenn Sie Übergewicht haben? Wie können Sie Ihr Wunsch- und Wohlfühlgewicht erreichen?

Nur eine langfristige Ernährungsumstellung, verbunden mit ausreichender körperlicher Bewegung kann auf die Dauer zum Wunschgewicht führen. Kurzfristige Reduktionsdiäten führen früher oder später zur erneuten Gewichtszunahmen - meist gefolgt von einer neuen Diät (Jo-Jo-Effekt). Medikamente zur Gewichtsabnahme dürfen grundsätzlich nur in Absprache mit dem Arzt genommen werden.

Langfristige Ernährungsumstellung

Sinnvoll sind nur solche Programme, die auf eine langfristige Ernährungsumstellung zielen. Nur mit einer energie-(kalorien-) reduzierten, abwechslungsreichen Vollwertkost können dauerhafte Erfolge erreicht werden. Allgemein gilt: Je mehr Gewicht Sie abnehmen wollen, desto geringer sollte der Fettanteil der Nahrung sein.

Programme zum langfristigen Ernährungstraining werden von großen Gesundheitsorganisationen angeboten, wie z. B. der Deutschen Gesellschaft für Ernährung oder den Krankenkassen. Welches Programm für Sie in Frage kommt, sollten Sie immer mit Ihrem Arzt besprechen.

Fett spielt die entscheidende Rolle!

Diäten, die nur die Gesamtenergie reduzieren und ausschließlich auf "Kalorienzählen" basieren, bringen langfristig wenig. Wer dagegen beim Essen einfach nur Fett reduziert, hat gute Chancen schlanker zu werden und vor allem auch zu bleiben!

Faustregel ist: Pro Tag nicht mehr als 1 g Fett pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen. Achten Sie vor allem auf die < versteckten Fette. Der praktische Tipp von Ernährungsberatern lautet: Verbrauchen Sie nur etwa die Hälfte Ihres täglichen Fettbedarfs als Streich- oder Bratfett bzw. Salatöl. Sparen Sie sich die andere Hälfte für die versteckten Fette.

So schwer ist ein "fettreduziertes" Leben nicht:

Für das Sättigungsgefühl ist Fett nicht zuständig - deshalb sättigt zum Beispiel Magerquark genauso gut wie Sahnequark. Die besten Sattmacher sind Kohlenhydrate: Kartoffeln, Nudeln, Gemüse, Obst, Brot oder Reis. Sie sind außerdem sehr voluminös. So hat man "viel auf dem Teller" und nicht das Gefühl, weniger zu essen als sonst. Rein psychologisch fühlt man sich daher nicht in der Lebensqualität eingeschränkt.

Wichtig ist, dass jede Gewichtsabnahme durch körperliche Bewegung ergänzt wird. Dabei handelt es sich im wahrsten Sinne des Wortes um "Fettverbrennung".

Abnehmen beginnt im Kopf

Oscar Wilde sagte: "Ich kann allem widerstehen - nur nicht der Versuchung". Jeder, der schon einmal versucht hat, einige Kilo abzunehmen weiß, wie schwer Selbstbeherrschung sein kann.

Hier einige Tipps, um Sie im Kampf gegen die Pfunde stark zu machen:

Legen Sie lieber einen Gewichtsbereich als Ziel fest und versteifen Sie sich nicht auf eine ideale Kilozahl. Setzen Sie sich realistische Ziele: Lieber 5 Kilogramm anstreben und auch schaffen, statt 15 Kilo planen und nach kurzer Zeit frustriert aufzugeben.

Erstellen Sie ein Ernährungsprotokoll. Schreiben Sie auf, was Sie essen und trinken.

Schluss mit starren Verboten. Der Vorsatz "Nie wieder Schokolade" lässt Sie wahrscheinlich nur noch an Süßes denken. Daher: Sünden können ausbalanciert werden.

Kontrollieren Sie 1-mal in der Woche Ihr Gewicht und legen Sie eine Verlaufskurve an.
Lassen Sie sich Zeit: ½ Kilo je Woche ist realistisch.

Suchen Sie eine Gruppe Gleichgesinnter - gemeinsam geht's leichter.

Nehmen Sie sich ausreichend Zeit zum Essen. Essen Sie bewusst und kauen Sie gründlich: Gut gekaut ist halb verdaut.

Haben Sie Spaß am Essen: Richten Sie sich das Essen appetitlich an.

Nehmen Sie mehrere kleine Mahlzeiten, damit es gar nicht erst zum großen Hungergefühl kommt.

Gehen Sie nicht mit leerem Magen zum Einkaufen.
Nur Lebensmittel einkaufen, die auch unbedingt benötigt werden.

Trinken Sie genug - mindesten 2 Liter am Tag, vorzugsweise Mineralwasser.

Lenken Sie sich ab. Vor allem in der ersten Zeit der Ernährungsumstellung sollten Sie viel zur Ablenkung unternehmen. Gehen Sie mal wieder ins Kino oder Theater.


Kurzfristige Reduktionsdiäten und Medikamente

Vertrauen Sie keiner Blitz-Diät, die Ihnen verspricht, dass Sie

schnell, problemlos und ohne eigene Aktivität abnehmen,

alles essen können, was Sie wollen,

ein bestimmtes Gewicht abnehmen, z. B. "3 Pfund in 2 Tagen",

Erfolg haben werden und mit "Vorher-Nachher-Bildern" oder den Aussagen von Einzelpersonen wirbt.


Kurzfristige Reduktionsdiäten können durch einseitige Ernährung zu Gesundheitsschäden führen. Da keine langfristige Umstellung der Essgewohnheiten erfolgt, bringen sie gewöhnlich auch keinen nachhaltigen Erfolg.
Medikamente zur Gewichtsreduktion dürfen grundsätzlich nur unter ärztlicher Kontrolle genommen werden.

Appetitzügler (z. B. Substanz Sibutramin) ändern den Stoffwechsel im zentralen Nervensystem und hemmen so den Appetit oder verlängern das Sättigungsgefühl. Appetitzügler können den Einstieg in ein umfassendes Programm zur Ernährungsumstellung erleichtern, sind jedoch zur Langzeitanwendung ungeeignet. Sie können schwere Nebenwirkungen haben (Erhöhung von Blutdruck und Pulsfrequenz, Schlafstörungen, Nervosität).

Ein Medikament zur Hemmung der Fettverdauung (Lipasehemmer) mit dem Wirkstoff Orlistat wird zur Behandlung von Fettleibigkeit eingesetzt. Die Verwendung des Lipasehemmers allein und auf Dauer macht keinen Sinn. Es kann aber kurzzeitig den Einstieg in ein Programm kalorien- und fettreduzierter Ernährung und vermehrter körperlicher Aktivität begleiten. Das Medikament kann erhebliche unerwünschte Nebenwirkungen haben (Durchfälle, Mangel an fettlöslichen Vitamine A, D, E und K sowie an essentiellen Fettsäuren).

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