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Körperliche Veränderungen in den Wechseljahren können den Geschlechtsverkehr schwierig oder sogar unmöglich machen. Bedingt durch den Östrogenmangel werden die Schleimhäute im Genitalbereich dünner und trockener und für Verletzungen anfälliger. Die Durchfeuchtung der Scheide bei sexueller Erregung bleibt oft aus.
Eine lokale Behandlung mit einem Hormonpräparat führt zur schnellen Beseitigung der Symptome im Vaginalbereich. Es stehen z.B. östrogenhaltige Cremes, Zäpfchen oder Gel zur Verfügung. In die Scheide eingeführt entfalten sie sofort ihre Wirkung. Zusätzlich können Feuchtigkeit spendende Cremes und Gleitmittel (sogenannte Lubricants) können den Geschlechtsverkehr erleichtern.
Auch Inkontinenz kann eine Frau daran hindern, ihre Sexualität auszuleben. Manche Frauen verspüren einen ständigen Harndrang und verlieren beim Lachen, Husten oder Niesen unwillkürlich Urin. Auch beim Sex kann das passieren. Bei Frauen in den Wechseljahren ist das Erschlaffen der Blasen- und Beckenbodenmuskulatur die Hauptursache. Der Östrogenmangel scheint dabei eine wesentliche Rolle zu spielen. Die Inkontinenz ist eine häufige Erkrankung in der zweiten Lebenshälfte. Bitte wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihren Arzt, denn es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Regelmäßige Beckenbodengymnastik kann zudem der Inkontinenz vorbeugen und sollte auch jede Therapie begleiten.
Wechseljahrsbeschwerden können einen negativen Einfluss auf die Libido haben. Die typischen Hitzewallungen treten häufig nachts auf. Müdigkeit und Erschöpfung sind die Folge des gestörten Schlafrhythmus. Wechseljahrsbeschwerden sind durch den in den Wechseljahren auftretenden Hormonmangel verursacht. Die Hormonbehandlung ist nachgewiesenermaßen die bei weitem wirksamste Form der Therapie von Wechseljahrsbeschwerden.
Alle genannten körperlichen Beschwerden sollten kein Tabu-Thema sein. Vertrauen Sie sich Ihrem Partner an und erwarten Sie sein Verständnis.
Er sollte aber auch von Ihnen Verständnis erwarten können, da auch Männer unter den Problemen des Älterwerdens leiden. Man weiß heute auch, dass beim Mann der Blutspiegel des wichtigsten männlichen Sexualhormons, des Testosterons, langsam, aber stetig abnimmt. Dies beginnt im Mittel bereits zwischen dem 35. und 40. Lebensjahr. Testosteronmangel kann zu vielfältigen Beschwerden und Krankheiten führen: Schlafstörungen, Depressionen, Müdigkeit, Muskelatrophie, Osteoporose, Libidoverlust und Erektionsstörungen. Bei nachgewiesenem Hormonmangel kann Behandlung mit Testosteron das psychische und physische Wohlbefinden erheblich steigern. Raten Sie daher Ihrem Mann zu einem Arztbesuch - auch prophylaktisch.
Weiblichkeit genießen
Viele Frauen berichten, dass sie gerade in den Wechseljahren selbstbewusster werden. Voller Lust genießen sie ihre Weiblichkeit. Die gereifte Persönlichkeit ruht in sich selbst und muss niemandem mehr etwas beweisen.
Leider lassen sich viele Frauen in den Wechseljahren in ihrer Einstellung zum eigenen Körper und zur Sexualität verunsichern. Bin ich noch attraktiv? Busen, Bauch und Po sind nicht mehr so straff wie früher, aus Fältchen sind Falten geworden. Wie kann der Partner da noch erotische Gefühle für mich entwickeln?
Solche Gedanken hemmen die Lust. Und sie sind meist völlig unangebracht, denn die Einstellung zur Sexualität ist weitaus wichtiger als Äußerlichkeiten. In sexualpsychologischen Studien wurden Männer befragt, was sie sich von ihrer Partnerin wünschen. Über alle Altersgrenzen hinweg gaben Männer an, dass sie selbstbewusste Frauen schätzen, die sich und ihren Körper akzeptieren und die deutlich machen, wie sie befriedigt werden wollen und ihre Lust offen zeigen.
Harmonisches Liebesleben
Für das Entstehen von Lust ist besonders bei der Frau das emotionale Alltagsleben wichtig. Der tägliche Austausch kleiner Aufmerksamkeiten und Zärtlichkeiten und das aufrichtige Interesse am anderen und seinen Problemen schaffen eine positive Grundstimmung. Psychologen sprechen davon, dass man sich wenigstens 30 Minuten am Tag für den intensiven Gedankenaustausch Zeit nehmen soll. Beständigkeit ist wichtiger, als das einmalig inszenierte Dinner bei Kerzenschein. Und warten Sie nicht, bis Ihr Partner den ersten Schritt tut. Beginnen Sie - heute!
Nehmen Sie sich Zeit für die Liebe. Gönnen Sie sich ein langes Vorspiel. Bei Frau und Mann lässt mit dem Älterwerden die Libido - das sexuelle Verlangen - langsam nach. Beim Mann können Erektionsstörungen auftreten. Bei beiden Geschlechtern dauert es länger, bis sich ein Orgasmus einstellt.
Schaffen Sie eine sinnliche Atmosphäre - Massage, Düfte, Musik, Geschmacks- und Lichterlebnisse was immer Sie und ihren Partner anregt. Sprechen Sie offen und vertrauensvoll über Ihre sexuellen Wünsche. Alles ist erlaubt, solange es beide Partner akzeptieren. Sexualität ist mehr als Geschlechtsverkehr und reicht von oralem Sex bis zur gegenseitigen Masturbation. Petting ist nicht nur für Teenager.
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